Reingehört: Masters of Destiny – Delain

Launen des Schicksals

Am 11. Januar enthüllte die niederländische Symphonic Metal-Band Delain ihre aktuelle Single Masters of Destiny. Der Song, der zuvor nur auf zwei Stops ihrer vergangenen Danse Macabre-Tour zu hören war, spielt mit Gegensätzen – und macht große Lust auf die EP Hunter’s Moon, die heute offiziell erschienen ist. Happy Releaseday, Delain!

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Photo © Sandra Ludewig

In den ersten 20 Sekunden klingt Masters of Destiny gar nicht unbedingt nach Metal. Ruhige Trommeln leiten den Song ein. Es könnte eine Ballade sein, elfenhaft und romantisch, auch wenn Sängerin Charlotte Wessels etwas Klagendes in der Stimme hat, das sie mit vielen Schlenkern in hoher Tonlage mitteilen möchte. Dann ertönt ein Glockenspiel, die Stimme wirkt beruhigt – bis sie sich in einem Schrei entlädt.

Mit ihrer Singleauskopplung präsentieren Delain einen spannenden Song, der zusammenfasst, was die Band bereits mit ihrem letzten Studioalbum Moonbathers gezeigt hat: Sie haben viele Facetten entwickelt, mit denen sie gekonnt spielen und hochwertigen Symphonic Metal machen! 2016 feierten die Niederländer das 10-jährige Bestehen nicht nur mit besagtem Album, sondern auch mit einer Live-Aufnahme aus dem Paradiso in Amsterdam.

Masters of Destiny ist seit 2016 nun das erste frische Material aus dem Studio. Der Song ist optimistisch, auch wenn er von Zweifeln spricht. Haben wir unser Schicksal wirklich selbst in der Hand? Delain sagen ja, unterstrichen vom starken, kämpferischen Refrain. Was wir tun und sagen, bestimmen wir. Das zugehörige Musikvideo zeigt die verschneiten Berge Islands, die Weite der Landschaft, die dem Sturm um sie herum trotzt. Schön und ruhig. Und dennoch ist da dieses Reh im fast bedrohlichen Pre-Chorus, das gelähmt den Scheinwerfern entgegenblickt und seinem Schicksal am Ende eben doch nicht entfliehen kann.

Leise und laut, Zweifel und Gewissheit, Ohnmacht und Entschlossenheit. Man darf gespannt sein, was Delain in den noch kommenden Tracks zum Besten geben. Das Album Hunter’s Moon wird neben Masters of Destiny und dem titelgebenden Song auch noch zwei weitere neue Stücke enthalten. The Silence is Mine wurde von Gitarrist Timo Somers, Art Kills von Mitstreiterin Merel Bechtold geschrieben. Der Rest des Albums besteht aus frischem Live-Material, aufgezeichnet auf der vergangenen Danse Macabre-Tour im Tivoli Vredenburg in Utrecht. Die EP ist heute offiziell erschienen.